Hey! Ich bin Mia und ich habe nach einem wunderschönen und spannenden Jahr das Praxisjahr beendet und werde nun im September mein Studium in Köln in der
Fachrichtung für Gemälde, Skulptur und moderne Materialien aufnehmen.
Zu Beginn des Jahres wusste ich noch nicht, was das Jahr für Spannendes – für mich und meine Mitpraktikant*innen bereithalten würde. Wir bekamen zahlreiche
Einblicke in die verschiedenen Restaurierungs-Abteilungen und Materialklassen und durch die tagtägliche Arbeit an verschiedenen Objekten konnte ich mein Wissen sowie meine Fähigkeiten
weiterentwickeln.
Dazu gehören neben den Theorieeinheiten auch unterschiedliche Workshops, welche uns unterschiedliche Techniken vermitteln, die für die Restaurierung relevant sind.
So erhielten wir mit Dipl.-Restaurator Mario Gawlik die Einführung in die Vergoldertechniken, welche mir persönlich auch bei der Restaurierung meines Praxisobjektes, nämlich einem Gemälde mit
vergoldetem Rahmen, weitergeholfen hat. Während des Workshops erlernten wir zwei Techniken, zum einen die Matt-, sowie der Glanz-/ Polimentvergoldung, welche wir an Leisten aus dem Schlossmuseum
ausführten. Vor allem war das Vergolden mit hauchdünnem Blattgold herausfordernd, da die Blättchen bereits bei dem geringsten Luftzug oder gar dem Atmen wegzufliegen drohen!
Ein weiteres persönliches Highlight für mich war eine Dienstreise für das Museum ins Zentraldepot in Meinigen, wo ich mithalf, über 100 von den italienischen
Tafelmalereien nach der Ausstellung in Freiburg auf Schäden zu kontrollieren, die während des Transportes entstehen könnten. Das war mir eine große Ehre, die wirklich Wertvollen und vor allem
einzigartigen Werke aus nächster Nähe betrachten zu dürfen, ohne eine Scheibe vor mir zu haben, und sie sogar anfassen zu dürfen -mit Handschuhen selbstverständlich :)
Mein Name ist Carmen Holthusen und ich werde, frisch aus dem Praktikum heraus, mein Studium für Papierrestaurierung an der ABK Stuttgart anfangen. Das Altenburger
Praxisjahr war dabei ein unfassbar spannender, vielseitiger und wichtiger Teil auf meinem Weg dahin, aber vor allem eine richtig tolle Erfahrung!
Eins meiner persönlichen Highlights war der Workshop für die Herstellung von Buntpapieren mit M. A. Papierrestauratorin Mareike Möller. Dabei haben wir zunächst
Kleisterpapiere gestaltet, und uns am nächsten Tag Marmorpapieren gewidmet, beides Techniken zur Buntgestaltung von Papier, das historisch zum Beispiel als Vorsatz in Büchern und als Bezug für
Schachteln diente (oder wie in Johannas Praxisobjekt, einem Schreibkästchen aus dem 17. Jahrhundert, zum Auskleiden der einzelnen Fächer genutzt wurde).
Das fand ich besonders interessant, da wir es in der Restaurierung ja in der Regel mit alten Objekten zu tun haben, und so die Materialien (wie eben zum Beispiel
Buntpapier) erst im gealterten Zustand und losgelöst von ihrer Herstellung erleben. Indem wir den Prozess selbst ausprobiert haben, sind wir gewissermaßen auf die andere Seite geschlüpft und
diese Erfahrung hat mir noch mehr Wertschätzung für die Originale geschenkt, zum Beispiel für die Bücher der Kunstbibliothek Bernhard August von Lindenaus, in denen solche Buntpapiere verarbeitet
sind.
Über das Jahr hinweg hat mir die Arbeit mit den Objekten immer wieder vor Augen geführt, wie faszinierend Papierrestaurierung und überhaupt Restaurierung
allgemein ist. Ich habe so viel Unterschiedliches gelernt, hatte richtig viel Spaß und ich bin so dankbar, meine drei unschlagbaren Mitpraktikantinnen Mia, Johanna und Julika über das Praxisjahr
kennengelernt und diese tolle Zeit mit ihnen geteilt zu haben!
Ich bin Johanna, komme aus Ehrenhain und werde nach dem Praxisjahr ab Oktober an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden Restaurierung von Wandmalerei und
Architekturoberflächen studieren.In meinem Praxisjahr habe ich viel mit Gemälden und Objekten aus Holz gearbeitet, hauptsächlich in der Restaurierungswerkstatt von Johannes Schaefer,
Diplom-Restaurator für gefasste Holzobjekte, oder in den Restaurierungswerkstätten des Lindenau-Museums oder des Schlossmuseums. Zusätzlich war ich aber auch regelmäßig auf Baustellen unterwegs.
Besonders geprägt haben mich die Einsätze auf Schloss Moritzburg unter der Betreuung von Diplom-Restaurator Martin Lehmann sowie unsere erste gemeinsame Baustelle in Schloss Zschepplin. Diese
Erfahrungen haben meinen Wunsch gefestigt, mich im Restaurierungsstudium auf den Bereich Wandmalerei und Architekturoberfläche zu spezialisieren.
Während wir in Schloss Zschepplin vor allem Tapeten entfernten und Fassungen an Wänden und Holzbalkendecken freilegten, beschäftigten wir uns in Schloss Moritzburg mit holzverkleideten Wänden,
die mit Ölfarbe gestrichen waren und eine sorgfältige Reinigung benötigten. Die Vielseitigkeit der Aufgaben, die unterschiedlichen Materialien und die abwechslungsreichen Einsatzorte (auch wenn
es auf manchen Baustellen im Winter wirklich kalt war) haben mich letztlich überzeugt, diesen Weg weiterzugehen.
Parallel dazu habe ich über das Jahr verteilt an einem barocken Schreibkästchen der Herzogin Elisabeth-Sophie gearbeitet, das mein persönliches Praxisobjekt war. Besonders spannend fand ich hier
die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Materialien: Mich in die historischen Herstellungsweisen des Marmorpapiers oder des ebonisierten Furniers einzulesen, war für mich ein
persönliches Highlight. Die Konservierung und Restaurierung des Objekts habe ich unter der Aufsicht unserer betreuenden Restaurator:innen nahezu vollständig abgeschlossen, nur die fehlenden
Wellenleisten müssen noch ergänzt werden.
Zur Arbeit an unseren Praxisobjekten gehören selbstverständlich auch die Dokumentation des Bestands, die Schadensanalyse und die Ausarbeitung eines Konservierungs- und Restaurierungskonzepts.
Dabei wurden wir jederzeit von unseren Betreuer:innen unterstützt. Außerdem durften wir an einem Fotoworkshop mit Diplom-Restaurator Oliver Tietze teilnehmen, der uns in die Objektfotografie
eingeführt hat, inklusive allem, was man zu Belichtung, Hintergrund und Kameraeinstellungen wissen muss. Nach der fotografischen Dokumentation unserer Objekte aus allen erdenklichen Ansichten
lernten wir auch die anschließende digitale Bildbearbeitung kennen. Diese Grundlagen waren nicht nur für unsere erste eigene Dokumentation wichtig, sondern werden uns auch im weiteren Berufsleben
begleiten.
Wenn wir auf das letzte Jahr zurückblicken, fällt es schwer, all die schönen Erfahrungen und Eindrücke in Worte zu fassen. Durch die großartige Betreuung unserer Restaurator:innen wurden uns
nicht nur die Eignungsprüfungen erleichtert, sondern auch die ersten Schritte ins Studium und in die Berufswelt.
Auch wenn unser Jahr in Altenburg nun zu Ende geht, werden wir der Stadt sicher nicht fremd bleiben, sei es durch Werkstatttage, Weihnachtsfeiern oder einfach bei einem Wiedersehen zwischendurch.
In diesem Jahr sind nicht nur beruflich wichtige Kontakte entstanden, sondern auch Freundschaften, die wir gerne weiter pflegen werden. Das Praxisjahr wird uns vier als Basis immer verbinden,
allerdings ist es auch aufregend, in die Zukunft zu blicken und zu sehen, wie die Reise für uns weitergeht.
Mein Name ist Julika, ich komme aus Rostock und durfte zusammen mit meinen fantastischen Mitpraktikant:innen ein ereignisreiches Jahr in Altenburg
verbringen.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Ausflug nach Erlln zu der Künstlerfamilie Wachter. Dort hieß es drei Tage lang durchzeichnen und malen, um unsere
Mappen für die Bewerbungen vorzubereiten. Dazu gehörten Zeichenstudien von Vasen und Schädeln, aber auch Plein-Air-Malerei in der ausgesprochen schönen Landschaft um Erlln. Neben Schweiß und
Tränen, den vielen lehrreichen Momenten und tollen Endergebnissen haben wir uns auch alle gegenseitig näher kennengelernt und unsere Freundschaften vertieft.
Etwas später, im letzten Drittel des Praxisjahres konnten wir an einem Keramikworkshop mit der Diplom-Restauratorin Susanne Reim teilnehmen. Nach einigen spannenden
Vorträgen über die Geschichte der Keramik versuchten wir uns (mit viel Unterstützung von Susanne Reim) im Töpfern von Skyphoi, die wir selbst formten und mit typisch altgriechischen Mustern
bemalten. Zusätzlich gestalteten wir unsere eigenen Majolika-Teller und lernten, wie vorsichtig und präzise man dabei arbeiten muss.
Der krönende Abschluss unseres Praxisjahres war die Exkursion in der vorletzten Woche. Dort ging es für uns nach Wölfis in die St.-Crucius-Kirche. Unter der
Anleitung von Diplom-Restauratorin Annemarie kartierten und sicherten wir dort Stuckornamente unter den verschiedenen Kirchenemporen. Die Kirche mit ihren vielen Emporen war sehr interessant –
und die Zwetschgenbäume, die direkt nebenan wuchsen, waren unser Highlight in den Mittagspausen. :)
Für mich war das ein wunderbarer Abschluss unseres Praktikums.
